PCB - polychlorierten Biphenyle

PCB ist die Kurzbezeichnung für polychlorierte Biphenyle. Unter diesem Namen fasst man eine Gruppe von 209 Organochlorverbindungen zusammen, welche die gleiche Grundstruktur besitzen – einen chlorierten Biphenyl-Ring – sich aber durch Anzahl und Stellung der Chloratome am Biphenylring voneinander unterscheiden. Die allgemeine Summenformel der PCB ist C12H10-nCln, wobei n >2.

PCB-Handelsprodukte sind meist schwer trennbare Gemische mit einem Chlor-Gehalt von ca. 30 - 60%. Technisches PCB ist mit Furanen verunreinigt, welche mitverantwortlich für die giftige Wirkung dieser Produkte sind.

Die Eigenschaften der polychlorierten Biphenyle hängen im Einzelnen vom Chlorierungsgrad ab. So nimmt die Wasserlöslichkeit, die Flüchtigkeit und die Reaktivität mit zunehmendem Chlor-Anteil ab, während die Fettlöslichkeit, die Stabilität und die Anreicherungstendenz in Organismen zunimmt. Allgemein lassen sich folgende Eigenschaften angeben:

  • klare bis gelbliche Flüssigkeiten (Handelsform)
  • mäßig bis deutlich zähflüssig
  • geruchlos bis schwach aromatischer Geruch
  • geringe Flüchtigkeit
  • fast unbrennbar, flammhemmende Wirkung
  • bei Temperaturen von 300 bis etwa 800 °C entstehen giftige Zersetzungsprodukte (Dioxine und Furane)
  • kaum löslich in Wasser, Glycerin und Glykolen
  • gut löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln
  • gut löslich in Fetten, reichern sich im Fettgewebe von Organismen an
  • Dichte zwischen 1,2 und 1,6 g/cm³ (schwerer als Wasser)
  • sehr beständig gegen Chemikalien
  • biologisch kaum abbaubar, vermutliche Halbwertzeitenzwischen 10 und 100 Jahren
  • sehr gute Isolatoren

PCB zeichnen sich weniger durch eine akute Giftigkeit aus, als vielmehr durch ein hohes Gesundheitsrisiko bei dauerhafter Belastung. Weil sie nur sehr langsam biologisch abgebaut werden und fettlöslich sind, können sie sich nach und nach im Fettgewebe anreichern. Vor allem die beim Menschen wahrscheinliche und im Tierversuch nachgewiesene krebserregende Wirkung lässt in diesem Zusammenhang langfristig bereits sehr geringe Konzentrationen an PCB in unserer unmittelbaren Umwelt zum Risiko werden.

PCB als Gebäudeschadstoff

Bevor die Gefahren für Gesundheit und Umwelt durch PCB in vollem Umfang erfasst waren, wurden sie wegen ihrer nützlichen Eigenschaften vielfältig verwendet. Vor allem in den 60er + 70er Jahren kamen so eine Reihe von Baustoffen zum Einsatz, die die Innenraumluft mit gesundheitsschädlichen Mengen an PCB belasten können. Zum Beispiel PCB-haltige Leuchtenkondensatoren (welche in den 90er Jahren aus öffentlichen Gebäuden entfernt und entsorgt werden mussten) und  vor allem waren damals verwendete Fugendichtungsmassen häufig eine PCB-Quelle. Am stärksten betroffen sind die damals errichteten Plattenbauten, z.B.  Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, aber auch Wohnblocks. Aber auch bei privaten Ein- und Mehrfamilienhäusern aus dieser Zeit ist eine gesundheitsschädliche Belastung mit PCB nicht auszuschließen.

Als Sanierungsmaßnahme ist die Entfernung der PCB-Quellen zu prüfen. Das betrifft neben dem Material, mit dem die PCB in das Gebäude gelangten (Primärquelle) auch Materialien, in denen sich PCB zwischenzeitlich angesammelt haben (Sekundärquelle). Weitere Möglichkeiten sind die räumliche Trennung der PCB-Quellen von der Raumluft, ihre Maskierung oder der Einsatz von PCB-bindenden Spezialtapeten (Aktivkohle, PE-Aluminium). Auch eine zielgerichtete regelmäßige Reinigung kann die Belastung unter Umständen deutlich verringern.

Verwendung

Bis 1982 wurden PCB in der Bundesrepublik in großtechnischem Maßstab hergestellt. Sie wurden als Isolierflüssigkeiten in Transformatoren und Kondensatoren, als Weichmacher in Kunststoffen (Fugendichtungsmassen, Deckenverkleidungen, Kabelummantelungen u. ä.), als Flammschutzmittel in Wandfarben, Lacken, Klebstoffen sowie in Hydraulikölen eingesetzt.
In Gebäuden können PCB vor allem in Anstrich- und Klebstoffen, Dichtungsmassen aller Arten von Fugen, Kunststoffen mit Weichmachern, alten Leuchtenkondensatoren sowie als Schalrückstände bei Betonbauteilen vorkommen. Seit 1989 ist die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PCB bis auf wenige Ausnahmen verboten.

Gesundheitsgefährdung u.a.

  • Beeinträchtigt das Immunsystem
  • Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen
  • Kann das Zentralnervensystem schädigen
  • Reichert sich im Körper an
  • Schädigung der Haut möglich
  • Schädigung des Blutes
  • Schädigung von Leber und Nieren